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Thüringer Grüne begrüßen die Entscheidung, Joachim Gauck als zukünftigen Bundespräsidenten aufzustellen

Der Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen Dieter Lauinger reagiert erfreut auf die gestrige Nachricht, nach der es zwischen Rot-Grün und der Regierungskoalition zu einer Einigung hinsichtlich des zukünftigen Bundespräsidenten gekommen ist.

„Der Bundespräsident, der es hätte sein sollen, ist es nun endlich geworden. Natürlich stellt man sich mit der Nominierung Gaucks die Frage, warum die Kanzlerin damals überhaupt Christian Wulff gegen den Wunschkandidaten der Bevölkerungsmehrheit den Vorzug gewährt hatte.

Dessen Rücktritt war ohnehin überfällig und ebnet nun den Weg für einen Kandidaten, der dem Amt wieder Würde und das nötige Vertrauen verleihen kann. Mit der Wahl von Joachim Gauck folgt der Bund außerdem der Forderung von uns Grünen nach einer unabhängigen Person. Für uns bedeutet das selbstverständlich auch, dass wir ihn und seine Ideen in Zukunft kritisch begleiten werden,“ so der Landessprecher weiter.

„Gerne hätten wir Grüne in diesem Amt auch eine Frau gesehen. Aber die Freude über die Tatsache, dass es der Wunschkandidat der rot-grünen Opposition nun geschafft hat, ist groß.“

Gleichzeitig wirft der Vorgang der Entscheidung für Gauck ein seltsames Licht auf den Zustand der Regierungskoalition. „Wenn die Liberalen einen Kandidaten unterstützen, der Frau Merkel bewusst schlecht aussehen lässt, dann kann an innerem Zusammenhalt zwischen CDU und FPD nicht mehr sehr viel übrig sein,“ schließt Lauinger.

14. Juni 2011: Grüne vor Ort

Die grüne Landtagsabgeordnete Jennifer Schubert, Roberto Kobelt, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Energie, Bauen und Umwelt der Thüringer Grünen, sowie Matthias Schlegel, Referent für Bau, Landesentwicklung, Verkehr und Demografie der grünen Landtagsfraktion tourten am Dienstag (14.06.2011) durch Südthüringen.
Auf dem Tourprogramm standen die Erfinderwerkstatt von Frank Weißbrodt im Suhler Simson Gewerbepark sowie dieZillbacherFirma M+P Energietechnik.

Erfinder Frank Weißbrodt

Direkt unter der Autobahnbrücke der A 73 in Suhl Heinrichs steht die Erfindung: „DE 10 2005 038 615 A1 / Vorrichtung und Verfahren zur Energieumwandlung mittels Druckluftspeicher als permanente Energiespeicher und der Kopplung leistungssteigender Module“. Die Maschine soll, mittels hydraulischer Vorrichtungen, Energie umwandeln und vervielfachen und damit auch zum Energiespeicher werden. Der Praxistest steht allerdings noch aus. „Vielleicht sollten Sie auch an Druckluftspeichern arbeiten, denn diese werden in Zukunft für die Energiespeicherung gebraucht“ riet Roberto Kobelt dem Erfinder. „Wir werden zu diesem Thema eine Veranstaltung organisieren und alle einladen die an solchen Techniken arbeiten oder interessiert sind“, bilanzierte Jennifer Schubert nach der Vorführung der Anlage.

zillbachDas zweite Ziel der Reise führte die Grünen nach Zillbach bei Meiningen. Die Firma M+P Energietechnik von Rainer Mandel optimiert und errichtet Blockheizkraftwerke auf Basis von Pflanzenöl als Energieträger. Da seit einiger Zeit kein Pflanzenöl mehr auf dem Markt zu bekommen ist, suchte Rainer Mandel nach einem alternativen Treibstoff um seine BHKWe verkaufen zu können. Er landete bei der Firma Nill-Tech in Holzgerlingen in Baden Württemberg und dem Treibstoff aus Abfallkunststoff „Syntrol“. Dieser Treibstoff wird aus Kunststoffabfällen hergestellt und kann BHKWs antreiben. Rainer Mandel will sogar eine Anlage in Südthüringen errichten. „Wir wollen eine Aktiengesellschaft gründen, um die rund 3,8 Millionen Euro teure Anlage zu finanzieren und hoffen auch auf die Landes- und Bundespolitik sowie auf Hilfe von Seiten der EU“, so Mandel. „Die Bundesregierung hat die Förderung von Biokraftstoffen seit 2009 erheblich gekürzt, das Ergebnis sind unrentable oder stillgelegte BHKWs, die seinerzeit mit Biotreibstoff betrieben worden. “Kein Unternehmer kann sich auf solch eine Politik verlassen”, so Jennifer Schubert. Allerdings muss „Nill-Tech“ erstmal eine Pilotanlage zur Verölung aufbauen, um den Treibstoff zu produzieren. Diese soll demnächst in Mannheim entstehen.Mandel will nun für sein Vorhaben in Südthüringen an weiteren Türen klopfen.
Nicht nur an der der Grünen.

Bezahlbare Energie – Regional und Klimagerecht

Pressemitteilung 05.02.2011

Zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion zum Thema
„Bezahlbare Energie- Regional und Klimagerecht“

lädt der Regionalverband von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN
am 2.3.2011 um 19.30 Uhr in das „Türmchen“
im Kultur- und Kongresszentrum Suhl ein.
Anreise hier

Wird es uns gelingen, langfristig sozialverträglich und bezahlbar Energie bereit zustellen?
Kann die Stadt Suhl trotz klammer Kassen kommunale Wertschöpfung durch den
Ausbau der Erneuerbaren Energien wie Biomasse, Wind, Sonne oder Geothermie erzielen?

In Suhl bewegt sich etwas beim kommunalen Klimaschutz: Eine solare Experimentier- plattform für Kinder wurde in Suhl freigeschaltet, der 2.  Abschnitt der Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Mülldeponie ist mittlerweile am Netz, Schulen wurden und werden aus dem Konjunkturpaket II nach energiepolitischen Gesichtspunkten saniert und vieles mehr. Darüber wird uns der Oberbürgermeister der Stadt Suhl, Dr. Jens Triebel, informieren.

Seit dem 1. Januar 2011 bieten die SWSZ ein Stromkontingent aus Wasserkraftwerken an. Damit wurde eine Anregung von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN vom März 2010 aufgenommen, der Region CO2-freien Strom anzubieten. Wir haben Herr Dr. Koch, Geschäftsführer der SWSZ, eingeladen, mit uns die Frage zu erörtern, ob dieses Angebot tatsächlich geeignet ist, den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region voranzutreiben.

Ralf Päsler, Referent für Energie und Verkehr der Stadt Eisenach wird von seinen kommunalen Erfahrungen berichten. Die Stadt Eisenach ist die erste Stadt in Thüringen mit einer CO2-Bilanz und hat bereits heute einen bilanziellen Anteil von ca. 30% Erneuerbaren Energienstrom am Netz. Er wird auf die kommunale Wertschöpfungspotenziale der einzelnen Erneuerbaren Energie eingehen. Für 2020 wird mit über 12 Mrd. Euro Wertschöpfung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland gerechnet.
Schon heute bietet die Branche mehr als 700.000 Menschen in Deutschland Arbeit.

Wie sich Kommunen in diesem milliardenschweren Zukunftsmarkt platzieren können, wollen wir dann gemeinsam mit dem Oberbürgermeister der Stadt Suhl Herr Dr. Triebel diskutieren.

Bündnis 90/Die Grünen sind überzeugt, das es in der Bürgerschaft viele interessante und diskussionswürdige Ideen gibt, den CO2- Ausstoß  auch der Stadt Suhl zu reduzieren. Alle Bürgerinnen und Bürger und interessierte Stadträte sind herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Brigitta Wurschi
brigitta.wurschi@gruene-sms.de

Regionalverband Schmalkalden-Meiningen-Suhl