Ulrich Töpfer soll für Grüne in die Bundesversammlung
Anja Siegesmund: Kandidat steht wie Gauck für Freiheit und Demokratie
Die Landtagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat Ulrich Töpfer als ihren Kandidaten für die Bundesversammlung benannt.
„Wir haben damit einen Kandidaten gefunden, der ebenso wie Joachim Gauck aus der Bürgerrechtsbewegung der DDR kommt und in ähnlicher Weise die Werte von Freiheit und Demokratie vertritt. Beide stehen symbolisch für die Revolution von 1989 und die noch junge Demokratie im Osten Deutschlands“, sagt Anja Siegesmund, Vorsitzende der bündnisgrünen Fraktion. „Ulrich Töpfer wird am 18. März Joachim Gauck unterstützen. So können die Thüringer Grünen in doppelter Hinsicht ein Zeichen für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung setzen.“ Anja Siegesmund wird als Stellvertreterin an der Bundesversammlung teilnehmen.
„Ich denke, dass die Erfahrungen, die Joachim Gauck gemacht hat, den meinen ganz ähnlich sind und ihn wie mich bis heute prägen. Er ist ein überzeugter Demokrat und Verfechter der Freiheit – und hat die Unterstützung all jener, die für diese Werte stehen, verdient“, erklärt Ulrich Töpfer.
Der Grünen-Politiker ist 59 Jahre alt und kommt aus Meiningen, er ist Landesgeschäftsführer des Bundes Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland. 1982 hatte er den Gesprächskreis für Frieden und Ökologie der Kirchgemeinde Meiningen gegründet. Er musste erleben, wie Andersdenkende in der DDR diskriminiert und von der Staatssicherheit verfolgt wurden. Heute engagiert sich Töpfer unter anderem als Vorsitzender des Eine-Welt-Vereins Meiningen oder als Leiter des Gesprächskreises für Frieden und Ökologie. Er ist zudem Fraktionsvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Meininger Stadtrat und im Kreistag Schmalkalden-Meiningen.
Thüringer Grüne begrüßen die Entscheidung, Joachim Gauck als zukünftigen Bundespräsidenten aufzustellen
Der Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen Dieter Lauinger reagiert erfreut auf die gestrige Nachricht, nach der es zwischen Rot-Grün und der Regierungskoalition zu einer Einigung hinsichtlich des zukünftigen Bundespräsidenten gekommen ist.
„Der Bundespräsident, der es hätte sein sollen, ist es nun endlich geworden. Natürlich stellt man sich mit der Nominierung Gaucks die Frage, warum die Kanzlerin damals überhaupt Christian Wulff gegen den Wunschkandidaten der Bevölkerungsmehrheit den Vorzug gewährt hatte.
Dessen Rücktritt war ohnehin überfällig und ebnet nun den Weg für einen Kandidaten, der dem Amt wieder Würde und das nötige Vertrauen verleihen kann. Mit der Wahl von Joachim Gauck folgt der Bund außerdem der Forderung von uns Grünen nach einer unabhängigen Person. Für uns bedeutet das selbstverständlich auch, dass wir ihn und seine Ideen in Zukunft kritisch begleiten werden,“ so der Landessprecher weiter.
„Gerne hätten wir Grüne in diesem Amt auch eine Frau gesehen. Aber die Freude über die Tatsache, dass es der Wunschkandidat der rot-grünen Opposition nun geschafft hat, ist groß.“
Gleichzeitig wirft der Vorgang der Entscheidung für Gauck ein seltsames Licht auf den Zustand der Regierungskoalition. „Wenn die Liberalen einen Kandidaten unterstützen, der Frau Merkel bewusst schlecht aussehen lässt, dann kann an innerem Zusammenhalt zwischen CDU und FPD nicht mehr sehr viel übrig sein,“ schließt Lauinger.
Ulrich Töpfer ist Kandidat für Bürgermeisterwahl
Zur Bürgermeisterwahl in Meiningen, im kommenden Jahr, wird für die Grünen Ulrich Töpfer, ins Rennen gehen. Der 57-jährige Meininger Stadtrat stellte am Mittwochabend, zur Mitgliederversammlung der Regionalverbandes Schmalkalden-Meiningen Suhl der Grünen, seine Ziele für die Stadt Meiningen vor. Wir brauchen in Zukunft mehr Beiräte in der Stadt, wie zum Beispiel einen Jugendbeirat oder einen Sozialberat, damit die jeweiligen Sachgebiete sinnvoller Berücksichtigt werden. Die Bürger müssen mehr beteiligt werden, zum Beispiel mit Bürgerforen, Stammtischen und einem Bürgerhaushalt. Denn die Bürger sind die Experten und wissen was der Stadt gut tut. Um die Stadt für die Zukunft fit zu machen, brauchen wir die Ideen der Bürger, die ihre Stadt mitgestalten sollen.“ erklärt Töpfer die Ziele. „Es ist Zeit für einen Wechsel des Stadtoberhauptes, denn Reinhard Kupietz ist bereits fast 20 Jahre lang Bürgermeister.“ Der Bündnisgrüne erreichte bereits bei der vergangenen Stadtratswahl 2009 über 10 Prozent der Stimmen. Töpfer ist derzeit Landesgeschäftsführer des Bundes Evangelischer Jugend in Mitteldeutschland und Mitgründer des Gesprächskreises für Frieden und Ökologie der Kirchgemeinde Meiningen. Der Bürgermeisterkandidat ist außerdem Vorsitzender des Eine-Welt-Vereins Meiningen und Mitglied im Bündnis gegen Rechts sowie Mitglied im Landesjugendhilfeausschuss. „Wir brauchen ein nachhaltiges Beschaffungswesen und die Nutzung von alternativen Energien in der Stadtverwaltung, Gesundes essen im Kindergarten und keine Ansiedlungen von Verbrauchermärkten an den Stadträndern. Zudem benötigt Meiningen wieder einen eigenen überschaubaren Bauhof. Es hat sich gezeigt, dass die Auflösung des Bauhofes keinerlei Vorteile gebracht hat.“, beschreibt der Stadtrat und das Mitglied des Kreistages Schmalkalden-Meiningen einige Richtungspunkte für die Zukunft. “Vor allem brauchen wir eine neue Kultur des Umgangs miteinander, die von gegenseitigem Respekt und Anerkennung geprägt ist. Das gilt nicht nur für den Stadtrat sonder auch im Umgang mit den Nachbargemeinden und den ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt.”, so Töpfer grundsätzlich.






